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MKW goes... Berlinale! Festivalbericht 2019

Berlinale 2019 Header (© Robin Sester)


Jedes Jahr im Februar öffnet die Hauptstadt ihre Türen für Filmschaffende und -zuschauende, denn dann ist wieder Berlinale. Dieses Jahr befinden auch wir uns hier, zehn angehende Medienkulturwissenschaftler*innen in Begleitung von Prof. Dr. Curtis, um für eineinhalb Wochen am Puls aktuellen Filmgeschehens teilhaben zu dürfen. Die 69. Edition ist auch die letzte unter Leitung von Kurator Dieter Kosslick, der das Festival seit Anfang der 2000er geformt, ausgebaut und für ein größeres Publikum schmackhaft gemacht hat. Hohe Prominenz wie Charlotte Rampling oder Tilda Swinton tummeln sich am Potsdamer Platz. Der Abgang Kosslicks macht sich bei uns, Zuschauer*innen, nicht weiter bemerkbar, stattdessen vertraut das Festival auf sein bewährtes Formular.

Vom 7.-17. Februar werden über 400 Filme, bekannter Regisseur*innen, aber auch Neulingswerke und so ziemlich alle Genres dazwischen gezeigt. Überblick behalten ist dabei nicht nur schwierig, es erweist sich oft als Fehler. Es stellt sich heraus, dass die besten Filme immer wieder diejenigen sind, bei denen man nur kurz den Titel überflogen hat und dann ohne großes Vorwissen den Kinosaal betritt. Meist stellen sich sogenannte “Nischenfilme”, die als unspektakulär gelten, schlussendlich als die wahren Schmuckstücke heraus. Trotzdem will man natürlich nicht die Filme verpassen, die man sich im Vorhinein dick im Programmheft markiert hat. Deshalb zieht es uns immer wieder zum Ticketschalter, wo einige von uns bereits um sieben Uhr, nur halbwach in der Schlange warten. Wenn man dann die Tickets hat, bleibt oft gar nicht mehr viel Zeit bis zur ersten Vorführung.

Der ein oder andere Sprint zur U-Bahn gehört genauso zur Berlinale wie die Fragerunden im Anschluss an die Filme inklusive überforderten Interviewer*innen, das eingängige Berlinale Intro, das man irgendwann zu Beginn jedes Films laut mitsummt, oder die Diskussionen mit Kommiliton*innen, welche Filme am schlimmsten waren und welche die größte Begeisterung auslösen konnten. Dabei genug Schlaf zu kriegen, ist so unerreichbar wie die Premieren im Berlinale Palast, weswegen man gerne mal – auch bei guten Filmen – unfreiwillig einnickt. Wenn man nicht rund um die Uhr im Kino sitzen will, bleibt genug Zeit für Stadterkundungen und etwas Entspannung abseits des Trubels.

Die Berlinale gab uns nicht nur genug Möglichkeiten, Filme aller Hintergründe zu sehen, Gesprächsrunden und andere Events im Rahmen kleinerer Sektionen zu besuchen, sondern hat auch den Austausch in unserer Gruppe gefördert und viele spannende Gespräche mit Prof. Curtis losgetreten. Der Besuch bietet die einmalige Chance, frei nach Geschmack und Interesse Filme jeglicher Form zu sichten und sich mit Meinungen und Wissen von Kommiliton*innen, Lehrenden, Kreativen und Kritiker*innen auseinanderzusetzen und stellt damit eine vertiefende Bereicherung der Vorlesungsinhalte, als Teil des Studiums dar, die Studierenden die persönliche Gestaltung frei überlässt, die Auseinandersetzung mit relevanten Themen fördert und einfach ungemeinen Spaß bereitet.

© Text: Paul Stümke / Bilder: Robin Sester

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