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Medienwissenschaft? – Kulturwissenschaft ? Medienkulturwissenschaft!

Der Begriff der Kultur ist geschichtlich untrennbar mit dem Begriff des Mediums verbunden. Mediengeschichte und ein historischer Blick auf aktuelle technische und soziale Entwicklungen im Medienbereich sind daher integraler Bestandteil des Faches Medienkulturwissenschaft.

Der BA-Studiengang „Medienkulturwissenschaft“ bietet den Studierenden eine theoretische und historische Fundierung, ohne die eine Reflexion der sich wandelnden Rolle der Medien in der modernen Gesellschaft nicht möglich ist. Darüber hinaus werden medientechnische und medienpraktische Inhalte vermittelt.

Die Medienwissenschaft an der Universität Freiburg versteht sich als eine moderne und dynamische Kulturwissenschaft. Da die zentralen Forschungsgegenstände der Philologie, die Texte, zunehmend in intermedialen Verknüpfun­gen oder multimedialen Darstellungsformen auftreten, bedürfen die traditionellen Gattungs­begriffe einer Erweiterung, welche die Dimension der medialen Gestaltung berücksichtigt.

Hierzu bietet der neu eingerichtete Studiengang Medienkulturwissenschaft einen Rahmen.

Zum Freiburger Profil der „Medienkulturwissenschaft“

Die Einbindung des Studiengangs in den Fächerkatalog der Philologi­sche Fakultät der Universität Freiburg entspricht dem medienwissenschaftlichen Verständnis der deutsch­sprachigen Universitäten: Medienwissenschaften sind in den Geisteswissenschaften angesie­delt und kulturwissenschaftlich ausgerichtet.

Die Freiburger Medienkulturwissenschaft begreift sich als eine zeitgemäße Form der Philologie und umfasst einerseits die Geschichte der Medien so­wohl in ihren techni­schen als auch in ihren gesellschaftlichen und politischen Aspek­ten und leitet anderer­seits dazu an, die kulturellen Auswirkungen von Medienbrüchen auf ho­hem theoretischem Niveau zu reflektieren. Wir analysieren Medieninhalte dabei natürlich sowohl aus der Perspektive des Produzenten als auch aus der damit durchaus nicht immer harmonisierenden Perspektive des Rezipienten bzw. Medienkonsumenten.

Eine weitere Besonderheit des Freiburger Studiengangs ist die fächerübergreifende Ausrichtung. Das eigene Lehrangebot des Instituts wird ergänzt durch medien- und kulturwissenschaftliche Veranstaltungen des Deutschen, Englischen, Romanischen und Slavischen Seminars - mit dem Ziel, intelligente Mehrsprachigkeit als Standortvorteil zu entwickeln. Ferner werden Lehrangebote der Philosophischen Fakultät und des Instituts für Populäre Musik (Deutsches Volksliedarchiv) einbezogen. Eine besondere Bedeutung kommt den Praxismodulen des New Media Center zu, in denen die Studierenden Kompetenzen zum gestalterischen Umgang mit Neuen Medien erwerben und dabei gleichzeitig ihre Ana­lysefähigkeit schärfen.

Was sind die Inhalte des Studiengangs?

Der Studiengang sieht eine Verbindung von kultur- bzw. literaturwissenschaftlichen Fragestel­lungen mit der Analyse medialer Darstellung und Verarbeitung und eigener gestalterischer Umsetzung vor. Die grundlegenden Kompetenzen liegen daher in der Fä­higkeit zur theoretisch und methodisch fundierten Analyse von medial vermittelten Inhalten (vom Text über die klassischen audiovisuellen Massenmedien bis zu den multimedialen Formaten der „neuen Medien“) als Voraussetzung auch für die Erstellung eigener medialer Beiträge.

Viele Studiengänge im Medienbereich konzentrieren sich entweder auf den Erwerb theoretischer Kompetenz oder vorwie­gend praktischer Fertigkeiten. Der Studiengang Medienkulturwissenschaft schlägt hier den Weg der Mitte ein. Ein intensiver Praxisbezug wird explizit in zwei medienpraktischen Modulen sowie durch ein verpflichtendes Praktikums in der Medienwirtschaft hergestellt. Die infrastrukturelle Möglichkeit zu dieser praktischen Arbeit bietet sich universitäts­intern im New Media Center. Eigene audiovisuelle Beiträge und Projekte können im Rahmen von Uni-TV verwirklicht werden. Der universitätseigene Radiosender Uni-Radio ermöglicht es, eigene Rundfunkbeiträge zu gestalten.

Wer kann Medienkulturwissenschaft studieren?

Um Medienkulturwissenschaften zu studieren, benötigt man die Allgemeine Hochschulreife (Abitur).

Das Fach ist zulassungsbeschränkt, die Kriterien für die Auswahl sind in einer Auswahlsatzung festgelegt. Die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen sich, wenn eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Medien oder Kultur, eine mindestens dreimonatige studiengangbezogene Praxiserfahrung vorliegt oder Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache gegeben sind, die nicht im Rahmen des Schulbesuchs erworben wurden.

Was lernt man in dem Studiengang?

In einer Medienlandschaft, die gekennzeichnet ist von einer rasanten technologischen Entwicklung, nach wie vor beträchtlichem ökonomischen Wachstum sowie einer damit einhergehenden Diversifizierung von kulturellen Potentialen, bildet der Studiengang Absolventinnen und Absolventen aus, die auf der Grundlage einer interdisziplinären Ausbildung in der Lage sind, Inhalte medien- und publikumsgerecht aufzubereiten sowie die technischen Voraussetzungen medialer Inhaltsvermittlung zu beherrschen.

Die Studierenden werden insbesondere durch die eigene praktische Tätigkeit im Rahmen des Studiums, also sowohl das Kennenlernen der Medienbranche im Praktikum als auch durch das Erstellen eigener Projekte in den medienpraktischen Modulen, zu einer Beschäftigung im Mediensektor befähigt.

Die erworbenen kulturwissenschaftlichen Kompetenzen befähigen darüber hinaus für eine Beschäftigung im weiteren kulturellen Bereich (Kulturjournalismus, Kulturmanagement, etc.).

Eine intensivere Auseinandersetzung mit den eigenen vorhandenen und den noch zu stärkenden Kompetenzen sowie den Anforderungen des Arbeitsmarktes wird durch die Einbindung der berufsfeldorientierten Kompetenzen (BOK-Bereich LINK: Zentrum für Schlüsselqualifikationen) gefördert. Hier erhalten die Studierenden auch schon während des Studiums die Möglichkeit, zusätzlich zum Praktikum Einblick in mögliche Berufsfelder zu gewinnen, Kontakte zu knüpfen und auf diese Weise in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Durch die Heranführung an die aktuelle Forschung ist zudem eine weitere Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Fragen im Rahmen eines Master-Studiums möglich.

Welche Module gibt es?

Dem Ineinandergreifen von Theorie und Pra­xis wird in der Modulstruktur des BA-Studiengangs von Studienbeginn an Rechnung getragen.

Der praktischen Tätigkeit wird mit zwei Modulen sowie einem achtwöchigen Praktikum be­tont Raum beigemessen (insgesamt 27 ECTS-Punkte). Als vernetztes Ler­nen ist insbesondere diese eigene praktische Tätigkeit der Studierenden auch für ihre Fähigkeit zur Analyse medienkultureller Phänomene von großem Wert: das theoretische Reflexionsvermögen prüft und fundiert sich an der Praxis.

Die kulturwissenschaftlichen Fragestellungen werden im Rahmen eines eigenen, über die erste Studienhälfte verteilten Moduls thematisiert. Nach der Hälfte der Re­gelstudienzeit besteht für die Studierenden die Möglichkeit zur Spezialisierung und eigenen Profilbildung. Unter den fünf Spezialisierungsmodulen erscheinen vor allem das Modul „Vergleichende Medienethnographie“ und das Modul „Populäre Kultur und Musik“ als eine Freiburg spezifische Besonderheit des Studiengangs.

Insgesamt ist das BA-Hauptfach Medienkulturwissenschaft in elf Module gegliedert, die sich über eine variable Zahl von Semestern erstrecken. In den nachfolgenden Modultabellen sind neben der Art der Veranstaltung (V = Vorlesung; Ü = Übung; S = Seminar) die Dauer in Semesterwo­chenstunden (SWS) und die Zahl der ECTS-Kreditpunkte angegeben, die Sie in den einzelnen Veranstal­tungen erwerben.

  1. Kulturwissenschaftliche Einführung in die Medientheorie
  2. Modul Historische und gesellschaftliche Aspekte der Medien
  3. Modul Medienanalyse
  4. Modul Aspekte der Kulturwissenschaft
  5. Modul Spezialisierung Medienästhetik
  6. Modul Spezialisierung Neue Medien
  7. Modul Spezialisierung Populäre Kultur und Musik
  8. Modul Spezialisierung Theorie und Analyse medialer Kommunika­tion
  9. Modul Spezialisierung Vergleichende Medienethnographie
  10. Modul Medienpraxis I (12 ECTS)
  11. Modul Medienpraxis II (12 ECTS)

Welche Berufsfelder gibt es?

Der Arbeitsmarkt für Studierende der Medienwissenschaft hat sich gerade aufgrund des generalistischen Ansatzes und der daraus resultierenden Flexibilität ihrer Absolventinnen und Absolventen als ungewöhnlich stabil erwiesen. Im Bereich der Medienwirtschaft existieren zahlreiche Berufsprofile - von der inhalts- oder formatorientierten Programmplanung bis zur Positionierung von Medienprodukten am Markt.

Als berufliche Tätigkeitsfelder kommen u.a. folgende Bereiche in Frage:

  • Medienbranche und Kulturbranche im Allgemeinen
  • Marketing & Werbung
  • Redaktion & Verlagswesen
  • Archive, Verlage, Hörfunk, Film, Fernsehen, Zeitungswesen
  • Multimedia- und Onlinebereiche
  • Bildungsinstitutionen
  • Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen und Institutionen
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